Sevenlowdown Room, City, Landscape
Manche meinen, das Grunge-Zeitalter sei vorbei. Welch Schelme! Glauben einfach, sie könnten immer vorwärts gehen. Dabei steht es ganz deutlich auf dem Cover. Sevenlowdown, "Room, City, Landscape", Erstveröffentlichung am 29.09.2006 - zumindest in Deutschland. In Italien treiben die fünf jungen Herren, die sich optisch zwischen Clawfinger und Schmuserocker bewegen, schon länger ihr Unwesen.
Sie schätzen sich glücklich, ein Zuhause bei einem der wenigen Labels für alternative Musik gefunden zu haben. Wynona Records arbeitet mit Punkrockern und Hardcorelern zusammen. Und genau diese Elemente tragen Sevenlowdown deutlich zwischen ihren grungigen Grundelementen. Immerhin üben Maurizio, Andrea und die anderen schon seit 1998, erst jetzt haben sie das Debüt auf die Beine gestellt. Mit einer Eros-Ramazzotti-Coverband wären sie wahrscheinlich schneller reich geworden.
Wer auf Trends nichts gibt, wem die so genannte härtere Gangart, die in den Neunzigern so salonfähig war, immer noch liegt, der sollte auf jeden Fall bei den Herren reinhören. Das Songwriting ist abwechslungsreich, die Stimme kraftvoll, nie enervierend, die Instrumente beherrschen sie auch. Nur ist der Stil insgesamt halt so vorbei wie ihr Foto mit den unheilschwangeren Wolken über einem Feld, hinter dem eine steinerne Ruine aufragt. Aber das muss einen ja nicht stören.
Claudia Nitsche
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